Mel Häfliger will Eishockey-Frauen nach oben bringen

Reinach Die atmosphärischen Störungen rund um das Frauen-Eishockey-Team des SC Reinach sind verflogen, das neue Hoch heisst Melanie Häfliger und soll Stabilität garantieren.

Manchmal braucht es ein reinigendes Gewitter, um die dunklen Wolken vom Himmel zu vertreiben und der Sonne Platz zu machen. Bei den Frauen des SC Reinach scheint sie wieder, zumindest im übertragenen Sinn. Nach den Wirren der vergangenen Monate – in der sportlichen Führung kam es zu Rücktritten mit Nebengeräuschen (az berichtete) – folgt nun der Aufbruch in die Zukunft. Und der ist mit zwei einheimischen Namen verbunden: Melanie Häfliger und Peter Küng.

Häfliger, ein Reinacher Urgestein als Spielerin, übernimmt neu das Frauen-Team als Headcoach, Peter Küng, der NLA-Schiedsrichter assistiert als Athletiktrainer. Das neue Führungsgespann will zusammen mit Präsident Stefan Frank das Swiss Womens Hockey League (SWHL) A-Team dorthin führen, wo es nach der Meinung der 34- jährigen Ex-Nationalspielerin hingehört: «Als Aushängeschild eines regional verankerten Vereines.»

Vor knapp zwei Jahren stand Mel Häfliger bereits einmal an der Reinacher Bande, als Notnagel sozusagen, als Rettungsanker. «Wenn ich etwas mache, will ich es 100 Prozent richtig machen», sagte sie damals und getreu diesem Motto beendete sie Ende der Saison 2013/2014 ihr Kurz-Mandat wieder, «aus beruflichen Gründen und weil ich noch mehr Distanz zum Eishockey, das mein Leben lange Zeit geprägt hatte, gewinnen wollte.»

Heute sei die Leidenschaft zurück, «das Feuer brennt und die Lust auf eine neue Aufgabe hat mich voll im Griff.» Ihr Votum ist klar: «Ich will in die Breite arbeiten, den vielen Nachwuchsspielerinnen aus der Region eine Perspektive bieten und aufzeigen, wie attraktiv Frauen-Eishockey als olympische Sportart ist.» In diesem Sinne versteht sie sich auch als Botschafterin des Frauen-Eishockeys und denkt nicht in erster Linie kurzfristig. Sie sucht nicht den unmittelbaren Erfolg, auch wenn sie natürlich die Gesetze des Sports kennt und weiss, dass ein langfristiges Gelingen immer eine nicht zu unterschätzende kurzfristige Komponente hat.

Erste Zuzüge getätigt

«Wir werden nicht über Nacht ein Spitzenteam stellen können», sagt sie, «aber wir können mit unserer täglichen Arbeit die vielen jungen Spielerinnen kontinuierlich an das Niveau in der höchsten Spielklasse heranführen.» Dabei kann sie auf langjährige Weggefährtinnen zählen, Sandra Thalmann etwa, die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin, oder Mariko Dale, die Rückkehrerin aus Neuenburg. Erste Zuzüge sind getätigt: Nicole Gubler (ZSC Lions), Nathalie Roth (Argovia) und Michèle Käppeli (Wohlen) kehren nach einer Pause ins Frauen-Eishockey zurück – weitere sollen folgen, «auch Ausländerinnen», wie Präsident Stefan Frank unterstreicht.

 

Quelle AZ

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