SC Reinach will sich keine überteuerten Ausländerinnen mehr leisten

Bericht AZ

Ligaerhalt heisst das Saisonziel des Damen-Teams des SC Reinach. Doch viel wichtiger ist dem Führungsduo die langfristige Entwicklung. Es ist ein (weiterer) Neustart nach einem Neustart.

Neu-Trainerin Melanie Häfliger nennt es «mit harter Arbeit das Team stabilisieren». Präsident Stefan Frank spricht von einem «neuen Damen-Team, dessen Ziel es sein muss, mit jungen Spielerinnen zu arbeiten, die bereit sind, in Reinach langfristig eine Spitzenmannschaft aufzubauen». Das Damen-Team soll in der Region (wieder) eine Top-Adresse sein und Perspektiven aufzeigen, sagt Melanie Häfliger.

Nachdem bereits letzte Saison ein Neustart realisiert wurde, ist die aktualisierte Ausrichtung ein weiterer Neustart. So gesehen und auch aufgrund der getätigten Transfers hat die Reinacher Führung die ersten Steine eines soliden Fundaments gelegt. Mit Verteidigerin Nathalie Roth und Torhüterin Michèle Käppeli und der polyvalenten Nicole Gubler konnten drei regionale Spielerinnen reaktiviert werden, Ex-Nationalspielerin Mariko Dale soll den Rücktritt von Urgestein Claudia Riechsteiner kompensieren.

Daneben stossen mit Martina Bucher, Lia Egger und Sara Kobza mittels B-Lizenz drei weitere junge Spielerinnen aus dem Dunstkreis der Nachwuchs-Nationalteams zu Reinach.

Geld wird in Region investiert

Mission fürs erste erfüllt, könnte man sagen. Dabei folgt Reinach nicht nur ideologischen, sondern auch finanziellen Überlegungen. Stefan Frank: «Wir können und wollen uns als kleiner Club keine überteuerten Ausländerinnen mehr leisten. Wir werden das uns zur Verfügung stehende Geld weitestgehend in eigene Spielerinnen und Spielerinnen aus der Region investieren.»

Melanie Häfliger pflichtet dem bei: «Wenn es uns gelingt, den Spielerinnen klar zu machen, dass es sich lohnt, hart zu arbeiten, dann werden wir früher oder später Erfolg haben.» Erste positive Signale seien nach der Vorbereitung zu spüren.

Trotzdem: Reinach wird kaum um die Medaillen mitspielen können, zu gross ist der Abstand zu den Spitzenteams, Meister ZSC Lions und Vizemeister Lugano. Und auch Neuenburg, wo die Aargauerin Julia Marty nach einem Jahr Pause ein Comeback gibt und wieder mit ihrer Zwillingsschwester Stefanie zusammenspielt, scheint ausser Reichweite. Bleiben Bomo Thun und Weinfelden, zwei Teams, mit denen sich Reinach bereits vor einem Jahr um den vierten Playoff-Platz duelliert hat.

Nataliya Kozachuk kommt

Ganz ohne Ausländerinnen startet Reinach trotz neuer Ausrichtung nicht in die Meisterschaft: Die Ukrainerin Nataliya Kozachuk, letztes Jahr in Schweden engagiert, soll die Torhüterinnen Michèle Käppeli und Sara Kobza (die wohl eher im Nachwuchs von Luzern spielen wird) entlasten. Ihre Verpflichtung war allerdings eine Zitterpartie. «Die Spielerin freut sich extrem und will unbedingt bei uns spielen», sagte Frank noch zu Beginn der Woche, im Wissen, dass die Arbeitsbewilligung noch fehlte. Diese kam am Dienstagabend, zwei Tage vor Transferschluss.

Damit wird Reinach am Samstag in Lugano in «Bestbesetzung» in die Meisterschaft starten können. Bereits am Sonntag steht das erste Heimspiel gegen den Meister aus Zürich auf dem Programm (20.15 Uhr). Ein wahrlich happiges Startprogramm.

http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/wyna-suhre/sc-reinach-will-sich-keine-ueberteuerten-auslaenderinnen-mehr-leisten-130569075

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