Reinach gut –Wohlen noch besser

Eine wesentliche Weiche der 3.-Liga-Meisterschaft in der Gruppe 5 ist gestellt. Der SC Reinach hat gegen seinen ewigen Rivalen, den HC Wohlen Freiamt, 3:5 verloren. Damit haben die Freiämter ihre Position als Leader zementiert, die Wynentaler dürften den Gruppensieg im vergangenen Jahr kaum wiederholen können. Die übliche solide Leistung der Reinacher hat gegen den kompakten, souveränen Gegner nicht gereicht, Wohlen zeigte den Wynentalern ihre Grenzen auf. Nur ein Lucky Punch hätte ihnen einen Sieg bringen können.
mars. «Das war das bisher härteste Spiel in dieser Saison. Wir hatten defensive Schwächen, die hat Reinach zum Glück nicht ausgenutzt», stapelte Wohlens Trainer Patrick Siegwart nach Spielende tief. Er, wie auch sein Bruder, der Reinacher Trainer Thomas Siegwart, waren der Meinung, dass beide Teams eine Leistung auf genau gleichem Nivau abgeliefert haben und das Spiel genau so gut auch hätte anders ausgehen können. Das mag sein. Dennoch wirkte der Auftritt der Gäste über die ganzen sechzig Minuten souveräner und kompakter. Reinach pflegt Spiele gerne im letzten Drittel für sich zu entscheiden, dann, wenn dem Gegner allmählich die Luft fehlt. Letzteres trat gegen Wohlen nie ein, auch die Freiämter hielten das Tempo selber über sechzig Minuten konstant hoch. So entwickelte sich eine intensive Partie, in denen sich beide Teams nichts schenkten, bei dem aber die Atmosphäre nie giftig wurde. Die Strafen blieben für einen Spitzenfight überschaubar. Beide Teams taten sich allerdings auch schwer, das Powerplay
aufzuziehen, beiden gelang es dennoch je einmal die Überzahl in ein Tor umzumünzen. Jedenfalls fast: Den ersten Treffer der Einheimischen schoss Di Vincenzo nämlich erst, als Wohlen seit drei Sekunden wieder vollzählig war. Wichtig war, dass dieses 1:2 psychologisch zu einem idealen Zeitpunkt kam – als Motivationsspritze kurz vor dem ersten Pausenpfiff.

Zweifacher Ausgleich
Im Mitteldrittel waren noch keine drei Minuten gespielt, als Bula ausglich. In seiner unnachahmlichen Art dribbelte er sich durch die gegnerische Defensive und liess Torwart Hess keine Chance. Auf die Freude folgte der jähe Dämpfer mit Strafen gegen Zimmermann und Eichenberger. In doppelter Überzahl legte Wohle wieder ein Tor, zum 2:3, vor. Der erneute Ausgleich von Steuri knapp zehn Minuten später hielt weniger lang. Nur gut eine Minute später trug sich Spielertrainer Patrick Siegwart höchstpersönlich als Schütze des Game-Winning-Goals in die Skorerliste ein. In der hektischen Spielphase schnappte er sich einen bereits abgewehrten Puck und vollstreckte durch die desorientierten Reinacher hindurch eiskalt. Auch im letzten Drittel hatte Reinach Chancen zum Ausgleich. Motiviert durch diverse Abschlussversuche schlich sich allmählich eine Kick-and- Rush-Spielweise ein, welche Thoma Siegwart mit einem Timeout unterband. Reinach setzte sich in der Folge etwas im Wohler Drittel fest. Diese Entwicklung «brach» wiederum Wohlens Coach Bruno Strebel mit seinem Timeout. Schliesslich machte Wernli endgültig den Sack zu, bei einem Konter schoss er das 3:5. Dann ging den Einheimischen die Zeit aus.

Ausblick und Cup-Duell

Obwohl noch einige Spiele in der Meisterschaft auszutragen sind, kann sich Wohlen betreffend Gruppensieg eigentlich nur noch selber ein Bein stellen. Reinach hat aber nur wenig Zeit die Wunden zu lecken, bereits in neun Tagen, am Donnerstag in der nächsten Woche, wartet das nächste Duell gegen Wohlen, diesmal als Cup-Viertelsfinal (Spielanpfiff in Reinach um 20.30 Uhr). Hier geht es erst recht um alles oder nichts. Falls dem SCR ein Sieg gelingt, wäre dies gleichzeitig die Revanche für das gegen die Freiämter verlorene Finalspiel des Cups der vergangenen Saison. An dieser Stelle gilt es noch zu erwähnen, dass der SC Reinach den Vertrag mit Thomas Siegwart verlängert hat, er wird die erste Mannschaft auch in der kommenden Saison trainieren.

SC Reinach – HC Wohlen Freiamt 3:5 (1:2, 2:2, 0:1) – Kunsteisbahn Oberwynental,
Reinach: 280 Zuschauer – SR: Strametz, Vorburger – Tore: 3. Presheva (Frei) 0:1, 13. Sulser (Meier) 0:2, 19. Di Vicenzo (Blatter) 1:2, 23. Bula 2:2, 27. Vetter (Frei/Asschluss: Zimmermann, Eichenberger) 2:3, 36. Steuri (Gautschi) 3:3, 37. Siegwart (Wernli) 3:4, 55. Wernli (Gnepf, Meyer) 3:5.

Strafen: 3×2 und 1×2+2 Minuten gegen Reinach, 2×2 Minuten gegen Wohlen.
SC Reinach: Haudenschild; Eichenberger, Kummli, Lüscher, Di Vicenzo; Blatter, Steuri, Bula, Hächler, Rupp A., Wyssling, Gautschi, Hauenstein, Rupp M., Zimmermann, Fehlmann, Keusch.

HC Wohlen Freiamt: Hess; Gubler, Steuri; Frei, Gnepf,Andrist, Brünisholz, Sulser, Schmuki, Wernli, Pfiffner, Meier, Meyer, Presheva,Vetter, Siegwart. Bemerkungen: 52. Timeout Reinach, 58.
TimeoutWohlen Freiamt.

Duell der Rivalen und der Brüder: Thomas (l.) und sein Bruder Patrick Siegwart, der eine Trainer in Reinach, der andere Spielertrainer bei Wohlen.

Unverwüstlicher Zug aufs Tor: Roy Hächler (kniend) und StephanWyssling (Nr. 23) mischen die Wohler Defensive auf.

Quelle: Wynentaler Blatt Di. 17.01.2017