Gelungene Revanche – der SCR im Cup-Halbfinal

Im Viertelsfinal des Cups des Berner Eishockeyverbandes kickt der SC Reinach seinen Erzrivalen HC Wohlen Freiamt mit einem 5:3 aus dem Rennen. Das Spiel war so unterhaltsam, wie man das bereits im Meisterschaftsspiel das kürzlich zu Ungunsten der Wynentaler ausgefallen ist, gesehen hat. DieTeams lieferten sich einen sackstarken Schlagabtausch bei bester Spielatmosphäre.
mars. Der SC Reinach kann gegen Wohlen doch gewinnen. Nach dem überzeugenden Auftritt des Gruppenleaders vor zwei Wochen im Meisterschaftsspiel und nach der eher überraschenden Niederlage gegen Herzogenbuchsee haben sich die Wynentaler offenbar wieder gefangen. Die Anspannung von Trainer Thomas Siegwart schlug denn auch, wie auch im Team, umgehend in Jubel um. Er hatte bewiesen, dass er vor zwei Wochen nicht in Zweckoptimismus verfallen war, als er sich nach der verlorenen Meisterschaftspartie vor seine Spieler stellte und sein Team auf Augenhöhe mit den Freiämtern beurteilte.

Zähes Ringen
Nach dem Tiefschlag gegen Herzogenbuchsee haben die Oberwynentaler den Tritt wieder gefunden. Die lieferten wieder einen ihrer bekannten Powerauftritte ab – zumindest im letzten Drittel. Davor war es vorerst ein zähes Ringen, Wohlen eher in der Vor-,Reinach eher in der Rücklage. Zwar schoss Reinachs Blatter in der 8. Minute das Eröffnungstor – er schlenzte ein Zuspiel von Fehlmann zum langen Eck und via Pfosten an Torhüter Kropf vorbei ins Netz, die Gäste glichen aber postwendend aus und legten nur drei Minuten später mit einem Kombinationstor vor, Sulser bezwang Haudenschild im Nachschuss. Kurz vor der Pause gelang Reinach der Ausgleich im Powerplay. Wyssling, seitlich hinter dem Tor stehend, benützte den Gästetorwart für seinen indirekten Treffer. Davor hatte es zahlreiche, aber oft etwas hilflos wirkende Abschlussversuche (Weitschüsse) gegeben. Das erneute Führungstor von Wohlen
erzielte Wohlens David Steuri (der Bruder von Reinacher Simon Steuri) nur 37 Sekunden nach dem Anpfiff zum zweiten Drittel, die Wynentaler verteidigten einen Konter zu wenig konsequent.
Bis zum zweiten Pausenpfiff ereignete sich nichts mehr Nennenswertes. Aber noch immer: Wohlen eher in der Vor-, Reinach eher in der Rücklage. Reinach wieder da Im letzten Drittel war Reinach wieder da. Zuerst setzen sie in der 43. Minute mit einem beinahe Shorthander eine Duftmarke. Drei Minuten später schoss Hächler den «unmöglichen» Ausgleich. Sein Schuss fand aus spitzem Winkel und auf beinahe unerklärliche Weise durch Beine und Beinschoner von Torhüter Kropf vorbei den Weg ins Netz. Nur zwanzig Sekunden später doppelte Fehlmann zum 4:3 nach. Trotz Timeout wirkten die Gäste in der Folge angezählt, jetzt waren sie in der Rücklage und Reinach gefiel sich in der andern Rolle. Plötzlich lief es wie geölt. Die Pässe kamen an, das
Timing stimmte, die Oldies kombinierten souverän und da waren auch wieder die explosiven Antritte von Hauenstein, Gautschi und allen andern. Das änderte sich auch nicht, als die Gäste
mit einem zusätzlichen Feldspieler und ohne Torwart spielten. Reinach zündete den Nachbrenner, aber Fehlmanns Schuss ging ebenso am Tor vorbei, wie der erste von Bula. Dann aber war er doch noch erfolgreich. Das 5:3 fünf Sekunden vor Schluss zerstörte die letzten Hoffnungen der Gäste. Wohlen trug die erste Niederlage dieser Saison mit Fassung. Gratulierte Reinach. Der Satz: «Ihr wart heute besser », war mehrfach zu hören. Der unter den Zuschauern weilende Vater der Steuri-Brüder freute sich über den Sieg: «Ich hätte mich allerdings so oder so freuen können», meinte er lachend. Anders war es bei Wohlens Trainer Patrick Siegwart. «Ich bin hässig!», brachte er seine Befindlichkeit mit säuerlicher Miene gegenüber seinem Bruder, dem Reinacher Trainer Thomas Siegwart, auf den Punkt. Die Einladung auf ein Bierchen mochte er dennoch nicht ausschlagen: «Mit dir komme ich immer eines trinken», meinte er und verschwand in die Kabine. Die Reinacher liessen sich vorerst von den Fans noch etwas feiern.

Doppelte Revanche
Vermutlich führte der Wochentermin dazu, dass weniger als die Hälfte der Fans den Weg in die Eishalle Reinach fanden wie noch vor zwei Wochen im Meisterschaftsspiel. Wie damals endete
das Spiel 5:3, allerdings blieben wie beschrieben diesmal die Gastgeber die Sieger. Der SC Reinach hat sich damit für die Niederlage revanchiert und gewissermassen auch für den verlorenen Cupfinal im vergangenen Jahr. In jenem denkwürdigen Spiel verlor der Meisterschafts Gruppensieger SC Reinach den Cup an die Freiämter. Der Spielplan führte dazu, dass dieses Duell diesmal bereits imViertelfinal stattfand. Neben dem SC Reinach haben der SC Ursellen (3. Liga), der EHC Adelboden II (3. Liga) und der EHC Schwarzenburg II (4. Liga) den Einzug ins Halbfinal geschafft. Die Partien müssen bis am 25. Februar gespielt werden. Der SC Reinach hat dabei auswärts gegen den SC Ursellen anzutreten. Ursellen spielt in Worb und ist aktueller Leader der 3.Liga-Gruppe 7. Die Partie wird damit kein Spaziergang. Die Berner gewannen ihr letztes Cupspiel gegen den EHC Binningen. Binningen hat nach dem Taucher vom SCR im vorletzten Meisterschaftsspiel gegen Herzogenbuchsee mit zwei Punkten Vorspring den zweiten Tabellenplatz übernommen (ein Spiel mehr gespielt als der SCR).Der Cupfinal findet am Samstag, 4. März in Hasle- Rüegsau statt.

Schlussbouquet
Damit findet das Saison-Schlussbouquet auswärts statt. Vor diesem Finalspiel müssen die Reinacher am 19. Februar in Herrischried antreten und nur zwei Tage später, am 21. Februar,
das verschobene Spiel in und gegen Wohlen nachholen. Am kommenden Samstag, 4. Februar (Spielbeginn 17.15 Uhr) ist Lausen zu Gast in Reinach. SC Reinach – HC Wohlen Freiamt 5:3
(2:2, 0:1, 3:0) – Kunsteisbahn Oberwynental: 120 Zuschauer – SR_ Kern/Hahmann – Tore:
8. Blatter (Fehlmann) 1:0, 8. Sulser (Pfiffner) 1:1, 11. Sulser (Siegwart,Wernli) 1:2, 20. Wyssling (Divicenzo/Auschluss Gubler) 2:2, 21. Steuri (Gnepf, Meier) 2:3, 46. Hächler (Divicenzo) 3:3, 47. Fehlmann (Blatter) 4:3, 60. Bula 5:3
Strafen: 8 mal 2 (davon 1 mal 2+2)Minuten gegen Reinach, 7 mal 2 Minuten gegen Wohlen.
SC Reinach: Haudenschild; Eichenberger, Kummli, Lüscher, Divicenzo; Blatter, Steuri, Bula, Hächler, Rupp A., Wyssling, Gautschi, Hauenstein, Rupp M., Zimmermann, Fehlmann.
HC Wohlen Freiamt: Kropf; Gubler, Steuri; Frei, Gnepf; Brünisholz, Sulser, Nietlisbach, Schmuki, Wernli, Pfiffner, Meier, Meyer, Presheva,Vetter, Siegwart. Bemerkungen; 47. Timeout Wohlen, 56.
Timeout Reinach 44. Gehäusetreffer Steuri
(Wohlen).

Alles richtig gemacht – Sieg des SC Reinach gegen Wohlen: Reinachs Torwart Tobias Haudenschild klärt mit Können und zweitweise auch mit etwas Glück. Hier nach dem Schuss vonWohlens Roger Brünisholz (Nr. 20). Hinten Adrian Schmuki (Nr. 8) und Daniel Lüscher (liegend).

Doppelschlag – erster Akt: Nach dem Schuss von Hächler findet der Puck auf kurioseWeise denWeg zum 3:3 ins Tor.
Doppelschlag – zweiter Akt: Nur 20 Sekunden später doppelt
Fehlmann zum 4:3 nach.

Quelle Wynentaler Blatt Di. 30.01.2017