Peter Küng ist seit über 20 Jahren Linienrichter

Peter Küng ist seit über 20 Jahren Linienrichter – vergangene Woche absolvierte der Reinacher (48) sein 1000. Partie.

Das Leben eines Linesman kann sowohl aufregend als auch mürrisch sein. Vor und nach dem Spiel gibt es viel unsichtbare Arbeit und wenig Ruhm, denn im Rampenlicht stehen im besten Fall andere. Vor gut zwei Wochen absolvierte der Reinacher Peter Küng sein 1000. Spiel als Linesman auf höchster Stufe des Schweizer Eishockeys.

Küng kennt das Leben des Linesman bestens. Mit über 17 Jahren Erfahrung auf höchster Ebene ist er einer der Routiniers im Schweizer Eishockey. Küng ist aber nicht nur während seiner Tätigkeit als Linesman in der Eishalle anzutreffen.

Der 48-Jährige ist auch angestellter Betriebsleiter der Kunsteisbahn Oberwynental – in Vollzeit. Linesman auf höchster Stufe und Betriebsleiter einer Kunsteisbahn: Für Peter Küng kein Problem. «Dank meinem verständnisvollen Arbeitgeber funktioniert es sehr gut», sagt er.

Linesman in den obersten Ligen der Schweiz 

Viel Zeit ausserhalb der Eishalle bleibt für den Linesman mit der Rückennummer sieben jedoch nicht. Küng, der einst 15 Jahre lang als Verteidiger beim SC Reinach spielte, startete seine Karriere als Linesman im Jahre 1986.

Damals noch in den Nachwuchsabteilungen des SC Reinach, bevor er zwei Jahre später mit dem Leiten von Spielen in der dritten und der vierten Liga begann. Dank guten Leistungen kämpfte er sich immer weiter nach oben, bis er schliesslich im Jahr 2000 definitiv in den obersten Ligen der Schweiz aufgenommen wurde.

Der als kräftig, ruhig und besonnen geltende Küng ist seither stets in den obersten Ligen anzutreffen. In der langen Zeitspanne hat sich sehr viel verändert. Neben dem Tempo, das massiv zugenommen hat, ist auch die mediale Präsenz deutlich gestiegen.

Kontrolle des Schiedsrichter

«Jede Szene wird heutzutage per Kamera festgehalten. Das heisst, man kann den Schiedsrichter viel besser kontrollieren», sagt Küng. «Klar, die Kamerabilder üben einen gewissen Druck auf uns aus, zeigen aber auch sehr häufig, dass wir einen guten Job machen.»

Dass die Linesmen in der Schweiz einen guten Job machen, zeigt auch die Aufklärungs-Quote der Coaches-Challenge der vergangenen Saison. In über 85 Prozent der Fälle lagen die Linesmen richtig und nicht die Trainer. Aber auch Küng und Co. können Fehler machen. «Wir sind auch nur Menschen, geben jeden Tag unser Bestes, aber auch wir machen Fehler.»

Auch schon Faustschlag kassiert

In über 20 Jahren auf dem Eisfeld erlebt man sehr viel. Speziell erwähnt Küng den Playoff-Final in Bern zwischen dem SCB und den ZSC Lions, in dem das entscheidende Tor im letzten Spiel erst kurz vor Schluss erzielt wurde.

«In zwei Jahren ist Schluss»

Der Linesman steht hinter dem Head-Schiedsrichter eher etwas im Schatten. Dieser leitet das Spiel und trifft die wichtigen Entscheidungen. Für Peter Küng war es aber nie ein Thema, einen Schritt weiter zum Head zu machen. «Als Head-Schiedsrichter fängt man noch mal in den unteren Ligen an, und man weiss nicht, ob man es nochmals an die Spitze schafft», sagt er.

«Ich durfte 13 Jahre lang bis zum Playoff-Final Spiele bestreiten. Das hat mich gereizt.»
Die Zukunft von Peter Küng ist aufgrund des Verbandsreglements klar definiert. «In zwei Jahren ist Schluss», sagt er.

Das Reglement sieht vor, dass man das Amt des Linesman nur bis zum 50. Lebensjahr auf dem höchsten Niveau bekleiden darf. Danach hat der eishockeyverrückte Betriebsleiter dann auch bestimmt mehr Zeit, sich seinen Hobbys Tennis und Motorradfahren zu widmen.

QUELLE AZ; Marco von Felten 30.11.2017